Die Theologie des Leibes ist nicht nur eine Theorie, sondern enthält eine ganz bestimmte, dem Evangelium gemäße christliche Pädagogik des Leibes. Das leitet sich ab aus der Eigenart der Bibel, vor allem des Evangeliums. Als Heilsbotschaft offenbart sie das, was das wahre Wohl des Menschen ist, mit dem Ziel, das Leben auf Erden – nach der Maßgabe dieses Wohles – unter dem Gesichtspunkt der Hoffnung auf die zukünftige Welt auszuformen.

Johannes Paul II., Kat 122,5

Am 5. September 1979 begann Papst Johannes Paul II. im Zuge der Mittwochsaudienzen mit einer sich über fünf Jahre erstreckenden Reihe von Katechesen über den Menschen, seine Leiblichkeit und Sexualität. In diesen Katechesen stellt Johannes Paul II. die „große Vision“ von Ehe und Familie dar. Insgesamt liegen 129 gehaltene und 133 bzw. 135 vorbereitete Katechesen zu diesen Themen vor. Diese Ansprachen bearbeiten aus verschiedenen Blickwinkeln die grundlegende Frage nach dem Menschen und seiner Sexualität.

Das Anliegen Wojtyłas ist es, die Sexuallehre der Kirche verständlich und nachvollziehbar darzulegen. Seine pastorale Methode besteht in der Darstellung der Schönheit der Liebe, die der menschlichen Erfahrung zugänglich ist. Gerade in dieser Überprüfbarkeit seiner Theorien am eigenen Leben spricht Johannes Paul II. in zunehmendem Maße junge Menschen in den USA und in Europa an. Sie sind es, die in besonderer Weise für seine Darlegungen offen sind.