Von der Liebe geformt

Offene Tagung zur Theologie des Leibes in Heiligenkreuz

Vom 12. bis 14. Juni 2026 fand an der Hochschule Heiligenkreuz die diesjährige Offene Tagung des Studiengangs Theologie des Leibes statt. Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen vor Ort oder online an den Einkehrtagen teil.

Unter dem Leitwort „Lass dich von der Liebe formen“ führte die Tagung nicht in erster Linie zu den bekannten Katechesen Johannes Pauls II., sondern zu deren geistigen Ursprüngen. Im Mittelpunkt standen jene Menschen, Erfahrungen und Gemeinschaften, die den jungen Karol Wojtyła geprägt und den Boden für die spätere Theologie des Leibes bereitet haben.

Als Referent konnte Dr. Przemysław Kwiatkowski aus Gniezno gewonnen werden, der seit vielen Jahren zu den geistigen Wurzeln Karol Wojtyłas forscht. In sieben Vorträgen erschloss er den Teilnehmern die Welt des jungen Wojtyła – seine Freundschaften, seine geistlichen Begleiter, seine pastoralen Erfahrungen und seinen Weg zur Heiligkeit.

Über 225 Bilder sowie zahlreiche Zitate aus Gedichten, Dramen, Predigten, Briefen und persönlichen Erinnerungen ließen eine Lebenswelt lebendig werden, die vielen bisher kaum bekannt war. Dabei wurde deutlich, dass die Theologie des Leibes nicht plötzlich entstanden ist, sondern das Ergebnis eines langen geistlichen und menschlichen Reifungsprozesses war.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den Personen, die Wojtyła nachhaltig geprägt haben. Immer wieder begegneten die Teilnehmer Jan Tyranowski, dem Schneider und Mystiker, der für den jungen Wojtyła zu einem geistlichen Lehrer wurde, dem Familienvater Jerzy Ciesielski, seinem engen Freund und Weggefährten, sowie Weihbischof Jan Pietraszko, dessen Predigten Generationen von Krakauer Katholiken beeinflussten.

Die Vorträge waren in sieben Themen gegliedert:

  • Lasse dich von der Liebe formen
  • Erfahrung als Ort der Gottesbegegnung
  • Die menschliche Liebe
  • Die Liebe Christi und der Kirche
  • Die Hauskirche
  • Priestertum und Ehe
  • Ja, Heiligkeit!

Wie ein roter Faden zog sich durch alle Vorträge die Frage, wie Gott einen Menschen formt. Dabei spielte das von Wojtyła gegründete „Środowisko“ eine zentrale Rolle – jene geistliche Weggemeinschaft junger Menschen, in der Glaube, Freundschaft, Gebet, Verantwortung und gemeinsame Suche nach Gottes Willen miteinander verbunden wurden.

Die Rückmeldungen der Teilnehmer waren durchweg positiv. Besonders hervorgehoben wurden die Authentizität des Referenten, seine geistliche Tiefe sowie die Fähigkeit, historische Ereignisse und Personen lebendig werden zu lassen. Viele Teilnehmer betonten, dass sie nicht nur neue Einblicke in das Leben Karol Wojtyłas gewonnen hätten, sondern zugleich die eigene Berufung und den eigenen Glaubensweg neu in den Blick nehmen konnten.

Die Tagung hatte den Charakter von Einkehrtagen und war geprägt von Gebet, Liturgie, persönlichem Austausch und geistlicher Vertiefung. So entstand jene Atmosphäre, die viele Teilnehmer als besonders wertvoll beschrieben.

Im Mittelpunkt stand letztlich jene Botschaft, die Karol Wojtyła sein ganzes Leben begleitet hat: Der Mensch wird nicht durch Leistung groß, sondern indem er sich von der Liebe Gottes formen lässt. Oder mit den Worten, die wie ein Leitmotiv durch das gesamte Wochenende führten: „Diese Schönheit heißt Barmherzigkeit.“

Die nächste Offene Tagung des Studiengangs Theologie des Leibes findet vom 19. bis 21. Februar 2027 in Heiligenkreuz statt. Sie wird sich dem Thema „Die Berufung des Mannes bei Karol Wojtyła und Johannes Paul II.“ widmen.

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